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gelesen von Elke Heidenreich
und Konrad Beikircher
Regie: Bernd Schroeder
Coverbild: Michael Sowa
Digipak mit Booklet
Spieldauer: 74 Min.
Messerscharfes von Nobelpreisträger Elias Canetti.
Schonungslos seziert Elias Canetti in Der Ohrenzeuge das menschliche Verhalten und Fühlen und zeichnet groteske Kurzporträts. Diese sind von einem einzigen, ins Maßlose übertriebenen Charakterzug geprägt - beispielsweise der Namenlecker, der von einer unwiderstehlichen Gier nach berühmten Namen getrieben wird und den prominenten Persönlichkeiten überallhin nachreist, nur um in ihrer Nähe zu sein; oder die Mannsprächtige, die eine vollkommene Schönheit ist und vorzugsweise schweigt, da Worte ihrer Pracht nur Abbruch tun könnten; oder auch die Habundgut, die ihrem Geld zu essen gibt, damit es nicht eingeht.
Elias Canettis zuweilen surreale Überzeichnung allzumenschlicher Eigenschaften reizt unsere Lachmuskeln: Wir schmunzeln über diese grotesken Figuren - und zugleich über uns selbst; denn im einen oder anderen Charakterporträt wird man mit Sicherheit auch sich selbst erkennen.
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